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Bianco

Bianco, Galgo, ca. 2007/2008  geboren

Paten gesucht!


15. Mai 2016

Bianco hat eine schwere Phase hinter sich. Sein Pflegepapa war sehr krank und ist inzwischen verstorben. Bianco musste Weihnachten die Pflegefamilie wechseln. Inzwischen hat er sich "berappelt", wir möchten ihm einen weiteren Umzug irgendwann ersparen. Er bleibt bei seiner Pflegefamilie und wir behalten ihn als Patenhund in unserer Obhut.

 

 

 

 

25.02.2012
Bianco ? Belyi, wie er hier genannt wird - ist jetzt schon seit einem dreiviertel Jahr in unserer Mensch-Hund-Katze-Gemeinschaft. Seit 3..4 Wochen macht Belyi Veränderungen durch, die so erfreulich sind, dass schon allein deswegen eine neue Berichterstattung erforderlich ist.

Belyi trägt Ängste mit sich herum. Er hat Angst vor allen Zweibeinern, aber seine Ängste sind gar nicht bezogen auf bestimmte Personen, sondern viel mehr auf besondere Situationen, die er mit unangenehmen oder gar schmerzvollen Ereignissen von früher verbindet.

Seit ein paar Wochen allerdings sind geradezu verblüffende Änderungen seines Verhaltens eingetreten. In dieser kurzen Zeit hat sich mehr Vertrauen aufgebaut, als in den vielen Monaten zuvor. Fast täglich hat er neue Überraschungen zu bieten, Fluchtdistanzen werden immer kleiner, Nähe und Zuwendung lässt er nicht nur zu, er sucht sie plötzlich von sich aus immer öfter. Sollte das der Anfang eines ?platzenden Knotens? sein?

Belyi ist kein ?Problemhund? ! Er ist ein ?Aufgaben?-Hund. Er verlangt von seinen Menschen einige Aufgaben, die ein ?normaler? Hund nicht stellt. Das alltägliche Zusammenleben mit ihm ist gekennzeichnet durch viele, kaum nennenswerte Kleinigkeiten, die seinem seelischen ?Handicap? Rechnung tragen müssen. Er ist sehr stark auf Rituale fixiert.

Seine Hundekumpane braucht er unbedingt. Sie geben ihm Sicherheit. Obwohl sich bisher beiderseits keine besonders enge Freundschaften ergaben, gibt es aber auch keinerlei Antipathien. Man lebt in freundlicher Koexistenz und Toleranz zusammen. . Dennoch kann er gleichermaßen mit Rüden, wie auch mit Hündinnen.

Das Verhältnis zu den Katzen hat sich allerdings signifikant geändert. Während anfangs unbedenkliches Desinteresse vorherrschte, hat sich mittlerweile echte Freundschaft und liebevolle Zuneigung zu allen dreien entwickelt, besonders aber zu der bunten Katze. Ein Nickerchen neben ihm in seinem Korb ist nicht nur gestattet, sondern durchaus willkommen. Ausgiebige Liebkosungen und Bemutterung in Form von Fell- und Ohrenpflege durch die Raspelzunge sind ihm äußerst angenehm. Dann werden seine Augen immer kleiner und sein Hals immer länger. Meist schlafen beide während dieser Wellness-Behandlung aneinandergekuschelt ein.

Anders sieht es mit den draußen entlangschlendernden Dorfkatzen aus. Nur zu gern würde er ihre nähere Bekanntschaft machen, und speziell dafür hat er Techniken entwickelt, wie man einen Maschendrahtzaun blitzschnell zu Einzeldrähten entflechtet. Zum Glück wurden seine Bemühungen noch rechtzeitig entdeckt, bevor er entkommen konnte. Ob seine ?Hingezogenheit? zu hausfremden Katzen wohlgemeint ist, kann man sicherlich bezweifeln.


Seine freundliche Wesensart und sein Anlehnungsbedürfnis an Menschen seines ? zugegeben eingeschränkten - Vertrauens machen all die Bemühungen um sein ?Problem? schnell vergessen. Obwohl er wegen seiner Ängstlichkeit so verletzlich erscheint, ist er ein robuster, unempfindlicher und keineswegs zimperlicher Hund.

Im Haus ist er völlig unauffällig, die anfänglichen, nächtlichen Diebestouren hat er gänzlich eingestellt, er begeht keine Diebstähle mehr, und er macht nichts kaputt. Er unterscheidet sehr wohl zwischen ?Mein? und ?Dein?, ohne darauf besonders hingewiesen worden zu sein. Besucher an der Haustür meldet er, aber nicht mit nervender Randale. Morgens ist er vor 9:00 oder 10:00 nicht vernehmungsfähig. Erst der ausgiebige Streichelwecker veranlasst ihn, seinen gemütlichen Korb zu verlassen ? bei den lausigen Temperaturen der letzten Wochen durchaus nachvollziehbar. Er ist ein sehr angenehmer Kommunarde!

Belyi wünscht sich einen ganz normalen Sofa-Platz, wie jeder andere Galgo. Allerdings stellt er an seine(n) Menschen einige ganz spezielle Bedingungen:

  • Er kann nicht als Einzelhund gehalten werden, mindestens ein Hundekumpel ist unabdingbar.
  • Sein Mensch muss bereit sein, auf seine psychische Instabilität bedingungslos einzugehen. Dazu gehört z.B. nichts  von ihm zu fordern.
  • Zeitpunkt und Umfang körperlicher Nähe, Streicheln, Kuscheln bestimmt er - und nur er.
  • Erfahrung im Umgang mit Angsthunden zu haben oder sich intensiv mit diesem Thema befassen zu wollen.
  • Eine Frau im Haus, die eine der entscheidenden Bezugspersonen für Belyi ist, könnte sicherlich unterstützend wirken, ist aber nicht unbedingte Voraussetzung.
  • Sich damit abzufinden, dass Belyi evtl. lebenslang Angst vor fremden Menschen und ungewohnten Situationen haben kann, und wahrscheinlich niemals der völlig unbefangene Kuschelhund sein wird.


Zugegeben, es ist nicht wenig, was Belyi verlangt, aber wer all das eingehen will und kann, wird reich belohnt: mit einem ganz besonderen Hund, mit einem ganz besonderen Charakter, mit einem ganz besonderen Charme ! Mit Belyi / Bianco !

Olaf

Bärbel hat einen Bianco-Kopf gefilzt .... wer ihn erwerben möchte, schaut hier.

14.07.2011
Biancos Pflegepapa schreibt:

Bianco, hier auf seiner Pflegestelle auch Belyi genannt, ist seit knapp zwei Monaten unser Hausgenosse. Er ist ein sehr hübscher Rüde, und abgesehen von seinem ?Handycap?, über das ich nachfolgend näher berichte, ist er ein sehr ruhiger, angenehmer Mitbewohner ohne irgendwelche nervenden Auffälligkeiten. Einige Narben künden von einer bewegten Biografie. Eine verläuft geradlinig vom Oberlid des rechten Auges bis zum Ohr. Die linke Schulter war offensichtlich mal schwer verletzt. Dass all diese Blessuren nur von Unfällen oder Auseinandersetzungen unter Artgenossen stammen, darf man getrost bezweifeln ! Die physischen Schäden jedenfalls beeinträchtigen ihn nicht, ganz anders sieht es aber mit seinen inneren Verletzungen aus !

Während die Akzeptanz im Rudel von Anfang an allerseits völlig problemlos ist, verhält er sich Menschen gegenüber nicht nur "sehr vorsichtig", sondern ausgesprochen ängstlich. Er geht Zweibeinern weiträumig aus dem Weg, und wenn er doch mal näher an jemandem vorbeigehen muss, dann sehr schnell und fluchtartig. Es ist bei ihm ganz offensichtlich, dass er von Menschen immer noch Schläge und Misshandlung erwartet. Dieses Verhalten ist bei ihm geprägt und nicht durch Gewohnheit an ein harmonisches, gewaltfreies Zusammenleben schnell und einfach "abtrainierbar". 

Andererseits kann man sich ihm vorsichtig nähern - z.B. wenn er in seinem Korb liegt - und ihn ausgiebig streicheln und kraulen. Das ist ihm äußerst angenehm und man spürt, wie sehr er diese Zuwendung braucht, auch wenn er sie noch nicht 100%ig genießen kann, weil er trotzdem immer in einer gewissen Anspannung verharrt. Gelegentlich traut er sich von selbst , sich mir bis auf ausgestreckte Armlänge sehr zaghaft zu nähern und sich ein paar Streichler zu holen. Im Verlauf von 5 - 10 Minuten wagt er sich dann Zentimeter für Zentimeter immer näher heran. Die Erfolge, sein Vertrauen zurück zu gewinnen, sind nur sehr klein, aber immerhin vorhanden.

Vor Frauen fürchtet er sich etwas weniger, als vor Männern. In seiner Angst reagiert er jedoch niemals mit Aggression, sondern immer nur mit Flucht und Verstecken. Dieser Fluchttrieb kann in bestimmten Situationen ( z.B. ein ungewohntes, lautes Geräusch ) in regelrechte Panik umschlagen, sodass er draußen vorerst Halsband und Geschirr tragen muss, denn sollte er sich doch irgendwie losreißen, hätte man kaum eine Chance, ihn wieder einfangen zu können. Sein Geschirr und die Leine lässt er sich im Haus ohne Stress anlegen, und an der Leine geht er problemlos mit, solange er hinter mir bleiben kann.

Im Tagesablauf orientiert er sich stark an den anderen Rudelmitgliedern. Alles, was die anderen machen, macht er auch. Er geht mit den anderen auf den Hof und wieder ins Haus zurück, er steigt ins Auto ein, wenn die anderen einsteigen. Er ruht, wenn die anderen ruhen, und auf dem Hundeauslauf rennt er, wenn die anderen auch rennen. Ein ganz normaler Hund also !

Noch was Amüsantes: nachts geht Bianco regelmäßig auf Diebestour. Er inspiziert die Küche auf der Suche nach Nahrung, und weil er solche nicht findet, kann er nicht widerstehen, sich wenigstens ein Souvenir mitzunehmen ? die Spülbürste, einen Schwamm, ein Geschirrtuch oder auch mal einen hölzernen Kochlöffel. Was er nicht bedenkt: allmorgendlich ist er sofort überführt, weil er das Diebesgut in seinem Korb versteckt hat.

Für Bianco / Belyi wünschen wir uns eine Familie ( oder durchaus auch eine Einzelperson ), die bereit ist, mit sehr viel Zeit, Geduld und Zuwendung an seinem Angstproblem zu arbeiten. Jegliche Art von Ungeduld oder gar Bestrafung ? und seien es nur laute Worte ? muss unbedingt unterbleiben. Das würde ihn in seiner Entwicklung sofort massiv zurückwerfen. Eins ist sicher: es wird nicht schnell gehen, sein Vertrauen in die Menschen Stück für Stück zurück zu gewinnen, und ob er jemals seine Ressentiments gegenüber fremden Menschen ganz ablegen kann, ist mehr als fraglich.

Bianco braucht allerdings einen ( oder auch mehrere ) Hundekumpan(en), egal welcher Rasse. Er kann nicht als Einzelhund gehalten werden. In Gesellschaft eines Artgenossen kann er aber durchaus stundenlang auf die Anwesenheit von Menschen verzichten. Katzen im Haus müssen um ihre Gesundheit nicht besorgt sein. Er interessiert sich nicht besonders für sie, auch ihre unmittelbare Nähe stört ihn nicht. Er ist absolut katzenkompatibel.
Wir ( normale ) Menschen sind irgendwie ein bisschen geneigt, Hunden wie ihm besondere Aufmerksamkeit und Liebe zukommen zu lassen, sei es ? einfach ausgedrückt - aus ?Mitleid? oder aus dem Gedanken heraus, irgendetwas ?gutmachen? zu müssen, was ihm andere Menschen angetan haben. Und wenn das jemand "verdient" hat, dann er  - Bianco !


20.05.2011


Bianco ist einer mittelgroßer Galgo aus der Perrera Cuenca. Wir wissen leider nichts über sein Vorleben.
Bianco ist am 19. Mai nach einer komplizierten Reise in Deutschland angekommen,   d.h. eigentlich war zuerst sein Körper da, aber seine Seele kommt jetzt mit ein paar Tagen Verspätung hinterher. Bis Seele und Körper wieder vereint sind, wird es noch etwas dauern.
Bianco ist sehr vorsichtig und braucht etwas Zeit, bis er einem Menschen sein Vertrauen schenkt.
Er scheint einen Unfall gehabt zu haben oder absichtlich schwer verletzt worden zu sein. Seine eine Schulter war wohl gebrochen, aber das lassen wir demnächst in der Tierklinik abklären. Jetzt braucht er ersteinmal Zeit und Ruhe und noch ein Pfündchen mehr auf den Rippen.
Mehr wenn er sich auf seiner Pflegestelle eingelebt hat.





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